Geruchsbelästigung: Wenn Essensduft den Hunger tötet

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Starke Geruchsbelästigungen durch Gewerbebetriebe aus der Nachbarschaft können auch einen erheblichen Mangel darstellen. Wichtig ist hierbei jedoch, dass der Mieter bei der Anmietung seiner Wohnung nicht bereits wusste, dass diese Gerüche in dieser Intensität auftreten.

Solche Fälle können vorliegen, wenn ein neues Restaurant oder ein neuer Gewerbebetrieb in der Nachbarschaft eröffnet, wenn die Lüftungsanlage verändert wird oder wenn ein bestehender Betrieb seine Produktion ändert. Bietet das Bistro in der Nachbarschaft bisher z.B. nur kalte Gerichte an wie Salate oder belegte Brote und fängt dann an, Räucherfisch selbst herzustellen und zu verkaufen, dann ist das ein Umstand, den der Mieter nicht voraussehen konnte.

Ein Beispiel aus der Praxis ist das folgende: Die benachbarte Pizzeria verbreitet soviel Gestank, dass es einem Mieter schlichtweg den Hunger verdirbt. Er will seine Miete mindern. Der Richter will dem genauer auf den Grund gehen und besucht den Ort des Geschehens – ihm wurde dabei auch so schlecht, dass er eine Mietminderung von 15% zusprach. (AG Köln, Az.: 208 C 246/89)