Das Warten auf warmes Wasser darf nicht zu lange dauern

Das Warten auf warmes Wasser darf nicht zu lange dauern

Warten aufs Warmwasser

Wenn man erst lange kaltes Wasser laufen lassen muss, bis endlich warmes Wasser aus der Leitung kommt, verschwendet man nicht nur unnütz Wasser und somit Geld, sondern es ist auch ärgerlich und Zeit fressend. Der Mieter muss zudem den Energieverbrauch für die Warmwasseraufbereitung selbst zahlen, denn der Vermieter ist berechtigt, sie dem Mieter mit den Betriebskosten in Rechnung zu stellen.

Der Mieter hat also ein Recht auf eine ordentliche Warmwasserversorgung. Dauert es zu lange, bis Warmwasser aus der Leitung kommt, ist der Mieter daher zur Mietminderung berechtigt.

Natürlich haben sich auch schon einige Gerichte mit diesem Thema beschäftigt:

Dauert es  3-4 Minuten, bis aus der Leitung Wasser mit einer Temperatur von 40° austritt, rechtfertigt dies eine Mietminderung von 3,5 % (Landgericht Berlin, 67 S 26/07). Dies ist zudem wichtig im Hinblick auf eine Verhinderung der Bildung von Legionellen. Die zirkulierende und bis zur Erwärmung des abfließenden Wassers auf 55 °C anfallende Wassermenge darf maximal drei Liter betragen.

36,5° warmes Wasser sei allenfalls zum Putzen geeignet und liege unter der durchschnittlichen Körpertemperatur des Menschen. Es eigne sich daher nicht zum Duschen oder Baden. Dementsprechend fordert das LG Berlin (NZM 1999, 1039) eine Warmwassertemperatur von 40° Celsius und zwar ohne allzu langen zeitlichen Vorlauf. Unter 35 Grad darf die Wassertemperatur nicht fallen, da man dann schon nicht mehr von einer funktionierenden Warmwasserversorgung sprechen kann. Nach einer Entscheidung des LG Hamburg (WuM 1978, 242) sollen 40 bis 50 Grad ausreichend sein. In diesem Bereich sollten sich die Temperaturen bewegen. Liegen sie darunter, kann man die Warmwasserversorgung als defekt bezeichnen.

Muss der Mieter 5 Minuten warten, bis das Wasser 40° warm ist, soll er die Miete nach einem Urteil des AG Schöneberg (MM 1996, 401) um 10 % mindern dürfen.