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Die Elektroversorgung einer Wohnung muss den Betrieb haushaltsüblicher technischer Geräte erlauben

Auch wenn die Mietwohnung schon älter ist oder das Wohnhaus sogar unter Denkmalschutz steht, hat der Mieter einen Anspruch auf zeitgemäßes Wohnen. Der Vermieter ist also verpflichtet, einen Wohnstandard zu schaffen, der den Betrieb von heute selbstverständlich gewordenen technischen Hilfsmitteln wie z.B. Geschirrspüler oder Waschmaschinen erlaubt. Die Elektroanlage der Wohnung muss dabei so ausgelegt sein, dass solche “Großverbraucher” gleichzeitig mit anderen Elektrogeräten wie z.B. Staubsauger oder Fernseher benutzt werden können.

Auch im Bad muss ein Stromanschluss vorhanden sein, der z.B. den Betrieb eines elektrischen Rasierapparates ermöglicht. Sind dieser Voraussetzungen nicht gegeben, liegt ein erheblicher Mangel vor, der zu einer Mietminderung berechtigt. Das hat der BGH schon im Jahr 2004 im Sinne der Mieter entschieden (BGH, VIII ZR 281/03).

Weist die Wohnung die Voraussetzungen für ein zeitgemäßes Wohnen nicht auf, ist das nur zulässig, wenn mit dem Mieter bei Abschluss des Mietvertrages genau vereinbart wurde, welche erforderlichen Modernisierungsmaßnahmen bislang unterblieben sind und welche Einschränkungen bzw. welchen Modernisierungsaufwand dies für den Mieter konkret bedeutet. Eine allgemeine Beschreibung reicht hierfür nicht aus (BGH VIII ZR 343/08).