Kapitel 2 – Gute Beweise erstellen

Zu jedem Mangel können Sie verschiedene Beweise beifügen um Ihren Anspruch auf Mietminderung zu untermauern. Manko hilft Ihnen dabei, die Richtige Form der Beweisführung auszuwählen und diese wirksam zu erstellen. Wichtig ist, dass der Vermieter einen klaren Eindruck von Ihrer Wohnsituation erhält und genau weiß, welchen Mangel er beseitigen soll. Für den Fall, dass es zum Streit kommt, hilft Ihnen ein korrekter Beweis bei der Durchsetzung Ihrer Ansprüche

Für Beweise gibt es im Prinzip keine gesetzlichen Vorschriften. Ein guter Beweis ist jedoch ein solcher, der Ihre Situation möglichst genau und objektiv bestätigen kann. Als Faustregel gilt hier:

  • Alle Mängel, die man fotografieren kann, sollten Sie fotografieren.
  • Für alle Mängel, die Sie nicht fotografieren können (z.B. Ausfall der Heizung), sollten Sie Zeugen benennen, die diesen Mangel bestätigen können, auch wenn der Mangel später wieder behoben ist.
  • Für alle Mängel, die nur zeitweise, jedoch wiederholt auftreten (z.B. Ruhestörungen), sollten Sie zusätzlich ein Protokoll führen.
  • Wenn Sie mehrere Beweismittel gleichzeitig angeben können (z.B. Fotos und Zeugen), dann sollten Sie dies tun.

Bei Schimmel und anderen baulichen Mängeln: Beweisfotos erstellen!

Die wichtigste Form des Beweises bei Sachmängeln aller Art ist der Fotobeweis. Sie haben die Möglichkeit im Rahmen der Mangelerfassung direkt ein Foto mit Ihrem Smartphone aufzunehmen oder ein bereits vorhandenes Foto aus dem Fotoalbum Ihres Smartphones zu verwenden.

Screenshots Beweisfotos

Das Erstellen von Beweisfotos und das Anbringen von Markierungen und Beschriftungen ist kinderleicht.

Verwenden Sie die Markierungsfunktion um einzelne Bereiche des Fotos deutlich hervorzuheben. Mit einfachen Fingerstrichen können Sie so die Mängel einkreisen oder Pfeile hinzufügen. Auch sind Texteingaben möglich, wenn Sie zu dem Foto etwas erläutern wollen. Tippen Sie hierzu einfach auf das Textfeld über dem Foto. Wenn mehrere Räume betroffen sind, sollten Sie im Textfeld angeben, zu welchem Raum das Foto gehört. Bitte beachten Sie, dass Sie pro Mangel nicht mehr als vier und insgesamt nicht mehr als acht Fotos aufnehmen können.

unser Tipp
Unser Tipp: Wenn Sie die Größe eines Flecks oder eines anderen Schadens verdeutlichen wollen, können Sie einen beliebigen Gegenstand, dessen Größe jeder kennt (z.B. ein Lineal, eine Zigarettenschachtel oder eine Zeitung), mit abfotografieren. So kann der Betrachter die Größe des Schadens leicht einschätzen.

 

Wenn Sie kein Foto erstellen wollen, klicken Sie auf „Kein Foto anfügen“. Sie können das Beweisfoto auch zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Bei Geruchsbelästigung oder Lärm: Zeugen benennen

Bei allen Problemen, die man nicht fotografieren kann (z.B. Lärm oder den Ausfall einer Heizung) bietet es sich an, einen Zeugen zu benennen, der den Mangel bestätigen können. In vielen Fällen sind bei solchen Mängeln auch Ihre Nachbarn betroffen, die Sie als Zeuge benennen können. Versuchen Sie möglichst einen Zeugen zu finden, der nicht zu Ihrem Haushalt gehört. Unabhängige Zeugen haben in Streitfällen immer ein stärkeres Gewicht. Außerdem können Sie Ihren Vermieter leichter von einer Mangelbeseitigung überzeugen, wenn mehrere Mieter des Hauses sich zusammenschließen und gemeinsam ihre Rechte einfordern. Die Eingabe des Zeugen ist ganz einfach: Name des Zeugen eingeben (Vor- und Nachname) und auswählen, in welcher Funktion der Zeuge in der Wohnung war und den Mangel bemerkt hat

  • Angehöriger meines Haushalts
    Hierzu zählen alle Personen, die dauerhaft in Ihrem Haushalt wohnen z.B. Lebenspartner oder Kinder.
  • Nachbar / Hausbewohner
    Hier können Sie alle Nachbarn aufführen, die das Auftreten des Mangels bezeugen können.
  • Handwerker und ähnliche Funktionen
    Vielleicht hat ein Handwerker bei Ihnen festgestellt, dass ein Wohnungsmangel vorliegt. Handwerker und andere Personen, die nicht mit Ihnen verwand oder befreundet sind, gelten als besonders gute Zeugen.
  • anderer Besucher
    Freunde und Bekannte sind auch gute Zeugen, auch wenn Sie sich zumeist nur kurzzeitig in der Wohnung aufhalten.
unser Tipp
Unser Tipp: Sprechen Sie einmal mit Ihren Nachbarn. Bei vielen baulichen Mängel oder bei Belästigungen durch Lärm bzw. Gestank sind Ihre Nachbarn mit hoher Wahrscheinlichkeit auch betroffen. In diesem Fall sollten Ihre Nachbarn ebenfalls eine eigene Mangelanzeige vornehmen und eine Mietminderung prüfen. Empfehlen Sie doch Manko! Nachbarn sind zudem gute Zeugen, da sie mit Ihnen nicht verwandt sind und der Handlungsdruck für den Vermieter umso größer ist, je mehr Nachbarn sich zusammentun. Gerade bei Mängeln wie z.B. Feuchtigkeit oder Schimmel kann das gleichzeitige Auftreten dieser Schäden in mehreren Wohnungen ein wichtiger Hinweis dafür sein, dass tatsächlich ein baulicher Mangel vorliegt. Sollten Ihre Nachbarn allerdings nicht betroffen sein, ist das vielleicht ein guter Hinweis für Sie, noch einmal zu prüfen, ob Sie den Mangel vielleicht doch selbst verschuldet haben können (z.B. durch zu geringes Lüften).

Wenn Sie keine Zeugen benennen wollen oder können, klicken Sie auf „Keinen Zeugen benennen“. Sie können die Zeugen auch noch zu einem späteren Zeitpunkt erfassen.

Bei Ruhestörungen: Lärmprotokoll erstellen

Bei allen Lärmbelästigungen, die nur zeitweise auftreten (z.B. Ruhestörungen, die nur in der Nacht auftreten, Nachbarschaftsstreitigkeiten oder unzumutbarem Hundegebell) ist es sinnvoll, mit einem Protokoll nachzuweisen, wann und wie oft dieser Mangel aufgetreten ist.

Screenshot Lärmprotokoll

Ein Lärmprotokoll ist mit wenigen Klicks erstellt und kann laufend ergänzt werden. Die “Rote Taste” dient in der Nacht der Schnellerfassung von Störungen mit nur einem Klick.

 

Für Belästigungen durch Lärm stellt Manko für Sie ab Version 2.0 einen Assistenten bereit, der alle relevanten Informationen für Sie zusammenstellt. Ein Geräuschereignis wird mit wenigen Klicks erfasst:
Bestimmen Sie das Hauptgeräusch aus der Auswahlliste – z.B.: laute Musik, Fernsehgeräusche, Streit, Baulärm usw.
Im zweiten Schritt können Sie Zusatzmerkmale hinzufügen, wenn sich dadurch das Geräusch besser charakterisieren lässt – z.B. schrille Töne, dröhnende Bässe, lautes Bohren usw. Diese Angaben sind zwar nicht unbedingt notwendig, sie machen jedoch deutlich, warum der Lärm eine unzumutbare Belästigung darstellt. Sollten Sie in den Auswahllisten keine passenden Beschreibungen finden, können Sie das Geräusch auch mit eigenen Worten beschreiben.
Im dritten Schritt bestimmen Sie den Zeitpunkt des Lärms mit Datum und Uhrzeit.
Anschließend erfassen Sie noch, wie lange der Lärm angedauert hat und – wenn bekannt – wer der Verursacher des Lärms ist. Haben Sie die Erfassung abgeschlossen, sehen Sie eine Liste der von Ihnen erfassten Lärmereignisse direkt auf dem Bildschirm.

Mit der Taste „neues Geräusch hinzufügen“ können Sie ein neues Lärmereignis erfassen. Wenn gleichartige Lärmereignisse wiederholt auftreten (z.B. regelmäßige Belästigung durch laute Musik oder Streit) können Sie die „rote Taste“ für eine Schnell-Erfassung mit nur einem einzigen Tastendruck verwenden. Hierbei wird das letzte Lärmereignis mit aktuellem Datum und Uhrzeit Ihrer Ereignisliste hinzugefügt.

unser Tipp
Unser Tip: Gerade nachts kann die „Rote Taste“ eine große Hilfe sein. Denn wenn man nachts wiederholt geweckt wird, möchte man nicht ständig nach Zettel und Notizblock suchen zu müssen, um im Dunkeln die Ruhestörungen zu protokollieren. Alle protokollierten Ereignisse können Sie nach der Erfassung nachbearbeiten. Tippen Sie einfach auf das jeweilige Ereignis in der Ereignisliste und nehmen Sie dann die entsprechenden Änderungen vor.

Über die Taste „zurück“ gelangen Sie zum Hauptmenü, um die Mangelanzeige abzuschließen und um das Anschreiben sowie das Protokoll als pdf-Dokument zu erstellen. Wie bei den anderen Eingabebereichen auch – können Sie jederzeit zum Lärmprotokoll zurück gehen und Änderungen oder Ergänzungen vornehmen.

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